Forderungspapier der Wohnungswirtschaft zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026
Positionen zur Landtagswahl 2026
1. Praxistaugliche Förderlandschaft
„Die Wohnungswirtschaft braucht eine auskömmliche, belastbare und verlässliche Wohnungsbauförderung.“
Fakten:
- Baupreissteigerung Bauwirtschaft in den letzten 5 Jahren - Wohngebäude insgesamt: +34,3 %
- Mietsteigerung in den letzten 5 Jahren (VdW/VdWg): +10,9 %
- Durchschnittsinvestitionen (VdW/VdWg): 530 Mio. € jährlich
- Kosten energetische Sanierung und 2. Sanierungswelle für den eigenen Bestand (VdW/VdWg): rund 18,7 Mrd. €!! Alleine nicht tragbar
Darum brauchen wir:
- praxisgerechte Auflagen und Förderbedingungen und Bereitstellung von gerechten Fördertöpfen
- -> langfristig planbare Förderprogramme – über eine Legislaturperiode hinaus
- realistische und kostenorientierte Mietobergrenzen und Sicherstellung von Kofinanzierungen etwaiger Bundesförderungen
- Abrissförderung und Konzentration auf Neubau und Umbau – damit bedarfsgerechtes Wohnen (z. B. Abbau von Barrieren, Aufzugsnachrüstung) bezahlbar bleibt
2. Demografischer Entwicklung begegnen
„Sachsen-Anhalt ist besonders stark vom Bevölkerungsrückgang betroffen und deshalb auf funktionierende Konzepte und Maßnahmen angewiesen.“
Fakten:
- Rückgang der Bevölkerung in den letzten 10 Jahren: –5 %; Rückgang der Bevölkerung in den kommenden 10 Jahren: –14 %
- Entwicklung des Altenquotienten in den letzten 10 Jahren: von 41,3 auf 50,3 Jahren
- Kosten für den bedarfsgerechten Umbau des eigenen Bestands (VdW/VdWg): rund 22,1 Mrd. € daraus resultiert eine erforderliche Miete von mindestens 15,00 €/m²
Darum brauchen wir:
- Förderungen des barrierearmen/-freien Umbaus bzw. der Sanierung des Bestandes
- Neubau als wesentliche Säule für die Erfüllung der demografischen Anforderungen
3. Infrastrukturen stärken und Landesentwicklung vorantreiben
„Die Attraktivität Sachsen-Anhalts – insbesondere im ländlichen Raum – wächst entscheidend, wenn wir die zentralen Standortfaktoren konsequent stärken und gezielt weiterentwickeln.“
Fakten:
- etwa 80 % der Bevölkerung Sachsen-Anhalts lebt auf dem Land
- Mieten außerhalb der Großstädte: 5,55 €/m² und damit rund 10 % geringer als die Mieten in Magdeburg und Halle (Saale)
Darum brauchen wir:
- Stärkung und Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen - um Umland neben günstiger Miete als Wohnort attraktiv zu machen
- leistungsfähiges Netz von Bus- und Schienenangeboten für den Nah- und Fernverkehr sowie eine ausgebaute und stabile IT-Infrastruktur
4. Soziale Stabilität schaffen
„Ohne Beteiligung der Kommunen und der Landespolitik sind eine wertvolle Quartiersentwicklung und stabile Nachbarschaft nicht möglich.“
Fakten:
- Durchschnittsmiete 2025 (VdW/VdWg): 5,79 €/m²
- sozialorientierte Wohnungsunternehmen tragen maßgeblich zur Entwicklung der Quartiere bei
- soziale Vermieter übernehmen wesentliche Aufgaben für die Belange der Mieterschaft: Förderung von sozialem Zusammenhalt, Einsamkeitsprävention, soziales Engagement etc.
- soziale Durchmischung ist wichtiger Faktor für die Vermeidung von Ghettoisierungen innerhalb der Quartiere
Darum brauchen wir:
- Unterstützung der Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften als sozialorientierte Wohnungsunternehmen
- gemeinsame Planung von Stadt- und Quartiersentwicklungen
- Berücksichtigung der Kostenstrukturen der Wohnungswirtschaft bei der Festsetzung von Wohngeld und KdU (Kosten der Unterkunft)
